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Block-Theme oder klassisches Theme: Was für eine neue Unternehmenswebsite heute sinnvoller ist

Block-Theme oder klassisches Theme mit Page-Builder: Wie ich bei neuen WordPress-Projekten entscheide, was wirklich passt.

📅 17. Oktober 2026
World of WordPress — Motiv der WordPress-Agentur Augsburg
World of WordPress — Motiv der WordPress-Agentur Augsburg

Bei einer neuen Unternehmenswebsite stelle ich mir die Theme-Frage inzwischen bei fast jedem Projekt: reicht ein Block-Theme mit dem WordPress-eigenen Editor, oder brauche ich ein klassisches Theme mit einem Page-Builder wie Divi oder Elementor? Es gibt kein pauschal richtiges System — es kommt darauf an, wer die Seite später pflegt und wie weit das Design von der Stange abweichen soll.

Was den Unterschied praktisch ausmacht

Ein Block-Theme legt Kopfzeile, Fußzeile, Beitragsvorlagen und Farbpalette in der Datei theme.json ab. Alles davon lässt sich im Site-Editor von WordPress selbst anfassen, ohne ein zusätzliches Plugin. Ein klassisches Theme definiert diese Bereiche fest in PHP-Dateien; Redakteure bearbeiten nur den Inhalt der jeweiligen Seite, meist über einen Page-Builder, der zusätzlich installiert wird. Der Block-Editor kann inzwischen vieles, was früher nur ein Builder konnte — Spalten, Hintergründe, Abstände, Rastergalerien —, aber er denkt in Blöcken, nicht in freien Flächen. Ein Builder erlaubt feineres Positionieren, bringt dafür aber eine zusätzliche Abhängigkeit mit, die bei jedem WordPress-Update mitgepflegt werden muss.

Wann ich zum Block-Theme rate

Für die meisten Unternehmenswebsites mit klarem Seitenaufbau — Startseite, Leistungen, Über uns, Kontakt — reicht ein Block-Theme heute aus. Die Vorteile zeigen sich vor allem im Betrieb:

  • Eine Abhängigkeit weniger: kein Builder-Plugin, das separat aktualisiert und auf Kompatibilität geprüft werden muss.
  • Schnellere Seiten, weil weniger zusätzliches CSS und JavaScript geladen wird.
  • Redakteure bearbeiten Kopf- und Fußzeile direkt im WordPress-Editor, ohne eine zweite Oberfläche zu lernen.
  • Der Umstieg auf ein anderes Theme fällt leichter, weil Inhalte als Blöcke und nicht als Builder-Shortcodes gespeichert sind.

Das gilt besonders, wenn das Unternehmen selbst Texte und Bilder pflegt und kein außergewöhnliches Layout braucht, das vom Baukasten des Themes abweicht.

Wann ein klassisches Theme mit Builder mehr Sinn hat

Ein Page-Builder bleibt die bessere Wahl, wenn das Design sehr spezifisch werden soll — asymmetrische Layouts, viele Animationen, verschachtelte Abschnitte, die sich responsiv unterschiedlich verhalten. Auch wer aus einer bestehenden Divi- oder Elementor-Seite relauncht und viele Inhalte als Vorlagen weiterverwenden will, spart sich mit dem gleichen System oft Monate an Umbauarbeit. Und manche Kunden kennen die Builder-Oberfläche bereits aus einer früheren Website und wollen bewusst dabei bleiben, weil sie sich dort sicherer fühlen als im nativen Editor.

Ein weiterer Punkt, den ich nicht unterschätze: Agenturen und Freelancer, die eine feste Bibliothek eigener Vorlagen im Builder aufgebaut haben, liefern damit oft schneller als mit einem Block-Theme, das für jedes Projekt neu zusammengesetzt wird. Wer regelmäßig ähnliche Website-Typen baut — etwa Praxen, Handwerksbetriebe oder Kanzleien mit vergleichbarem Seitenaufbau —, zieht aus dieser Wiederverwendbarkeit einen echten Vorteil, der sich im Projektpreis niederschlägt.

Wie ich die Entscheidung treffe

In der Praxis frage ich zuerst, wer nach dem Launch an der Seite arbeitet. Pflegt der Kunde selbst, meist nur Texte und Bilder, wähle ich das Block-Theme — es ist die schlankere, langfristig wartungsärmere Lösung. Soll das Design regelmäßig erweitert werden, etwa mit neuen Landingpages in wechselnden Layouts, oder bringt das Projekt schon Builder-Vorlagen aus einem Vorgängerprojekt mit, setze ich auf den Builder. Eine Zwischenlösung gibt es auch: ein modernes Block-Theme als Basis, ergänzt um einzelne komplexere Seiten, die im Page-Builder entstehen. Das funktioniert, solange beide Systeme nicht gleichzeitig dieselben Bereiche steuern sollen — das führt sonst zu genau den CSS-Konflikten, die ich in einem früheren Beitrag zum Unterschied zwischen Editor-Ansicht und Live-Seite beschrieben habe. Wichtig ist, diese Entscheidung vor dem ersten Entwurf zu treffen und nicht erst, wenn schon Inhalte stehen: ein nachträglicher Wechsel zwischen den Systemen bedeutet in der Regel, die Seite komplett neu aufzubauen, nicht nur umzuziehen.

Für mehr zu diesem Thema siehe WordPress und Webdesign. Beispiele für beide Ansätze zeigen meine Design-Beispiele.

Kurz beantwortet

Ist ein Block-Theme für jede Unternehmenswebsite ausreichend?

Für die meisten klassischen Seitenstrukturen ja. Bei sehr spezifischem Design oder bestehenden Builder-Vorlagen bleibt ein Page-Builder die praktischere Wahl.

Kann ich später von einem klassischen Theme auf ein Block-Theme wechseln?

Technisch ja, aber die Inhalte liegen als Builder-Shortcodes vor und müssen in Blöcke überführt werden — das ist Aufwand, kein einfacher Theme-Wechsel.

Lässt sich ein Block-Theme mit Divi oder Elementor kombinieren?

Ja, beide Builder lassen sich auch auf einem Block-Theme installieren. Sinnvoll ist das nur, wenn beide Systeme klar getrennte Bereiche der Seite übernehmen.

Konrad Griesser

Konrad Griesser

Webdesigner & SEO-Experte aus Augsburg — seit 1999

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