Ein Kundenprojekt, das ich mit viel Enthusiasmus gestartet habe, ist nach drei Wochen sang- und klanglos eingeschlafen. Zeit für eine ehrliche Manöverkritik.


Vor ein paar Monaten habe ich für eine Bäckerei-Kette hier in der Region einen Facebook-Messenger-Bot gebaut. Kunden sollten fragen können, welche Filiale gerade welches Gebäck vorrätig hat. Klang nach einer guten Idee.
Drei Wochen nach dem Launch: fast niemand nutzt ihn mehr.
Erstens habe ich die Erwartungen der Kundschaft überschätzt. Die meisten Leute wollen einfach kurz auf die Website schauen oder anrufen, nicht extra den Messenger öffnen und mit einem Bot interagieren, dessen Fähigkeiten sie erst erlernen müssen.
Zweitens war der Bot einfach zu unflexibel. Sobald jemand nicht exakt die erwartete Formulierung nutzte, kam eine Fehlermeldung. Das frustriert schnell.
Drittens — und das ist vielleicht die wichtigste Lektion — habe ich Technik um der Technik willen eingesetzt, statt mich zu fragen, ob das echte Problem des Kunden damit gelöst wird. Die Bäckerei brauchte eigentlich nur eine Website, auf der man schnell sieht, was heute frisch ist. Kein Bot. Eine simple, gut gepflegte Seite.
Lehrgeld bezahlt, aber eine gute Lektion für alle künftigen Projekte: Erst das Problem verstehen, dann die Technik wählen — nicht umgekehrt.
Webdesigner & SEO-Experte aus Augsburg — seit 1999