Ich habe diese Woche drei Kunden getroffen, die alle 'irgendwas mit Big Data machen wollten'. Keiner konnte mir sagen, was genau.


Diese Woche hatte ich drei Gespräche, in denen das Wort "Big Data" fiel. Alle drei Kunden wollten "davon profitieren". Als ich nachgefragt habe, was genau sie damit meinen, kam bei zwei ein Schulterzucken und bei einem: "Na, dass wir mehr über unsere Kunden wissen."
Ich will hier niemanden vorführen, das Wort ist gerade überall - in Zeitungsartikeln, auf Konferenzen, in jedem zweiten Vortrag über die Zukunft des Marketings. Aber ich glaube, für die allermeisten kleinen und mittleren Unternehmen, mit denen ich arbeite, ist "Big Data" im eigentlichen Sinn völlig irrelevant. Big Data beschreibt Datenmengen, die so groß sind, dass klassische Datenbanken und Analyseverfahren an ihre Grenzen stoßen - das betrifft Konzerne, große Plattformen, nicht den Malerbetrieb mit 800 Website-Besuchern im Monat.
Was für meine Kunden tatsächlich relevant ist, nenne ich lieber schlicht "die eigenen Zahlen anschauen". Welche Seiten werden besucht, wie lange bleiben Leute, wo brechen sie ab. Das sind überschaubare, verständliche Daten, aus denen sich sofort etwas ableiten lässt - ganz ohne großes Wort davor.
Ich vermute, in ein paar Jahren wird sich der Begriff wieder beruhigt haben, so wie es mit anderen Modewörtern auch passiert. Bis dahin erkläre ich lieber geduldig, was tatsächlich gemeint ist, als das Wort einfach mitzubenutzen, weil es gerade gut klingt.
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