Kurz, ehrlich, und ja, ein bisschen genervt. Aber mit einem konkreten Vorschlag am Ende, keine reine Beschwerde.


Ich baue seit Jahren Cookie-Consent-Lösungen in Kundenwebsites ein, DSGVO-konform, mit echter Opt-in-Logik statt der vorausgewählten Kästchen, die man leider immer noch auf zu vielen Seiten findet. Trotzdem erlaube ich mir hier einen kurzen, unprofessionellen Moment der Frustration.
Kein Nutzer der Welt möchte auf jeder einzelnen Website erneut entscheiden, ob Marketing-Cookies von einem Drittanbieter gesetzt werden dürfen. Die aktuelle Umsetzung der Einwilligungspflicht führt in der Praxis fast ausschließlich dazu, dass Menschen reflexartig auf „Alle akzeptieren" klicken, um das Banner loszuwerden, ohne die Auswahl tatsächlich zu lesen. Das ist genau das Gegenteil von informierter Einwilligung, die eigentlich das Ziel der Regelung war.
Was mich dabei besonders ärgert: Die kleinen Handwerksbetriebe und lokalen Dienstleister, mit denen ich überwiegend arbeite, tracken in aller Regel nur minimal, oft nur mit einem datenschutzfreundlich konfigurierten Analyse-Tool. Trotzdem müssen sie sich mit demselben rechtlichen Aufwand herumschlagen wie ein internationaler Konzern mit hunderten Tracking-Diensten.
Mein praktischer Umgang damit, ohne auf eine gesetzliche Reform zu warten: Ich rate Kunden inzwischen häufiger dazu, ganz bewusst auf nicht notwendige Cookies zu verzichten, wo es fachlich vertretbar ist. Weniger Tracking bedeutet weniger Consent-Komplexität, ein schlankeres Banner und am Ende oft datenschutzfreundlichere, schnellere Websites. Nicht die perfekte Lösung für das grundsätzliche Problem, aber eine, die im eigenen Einflussbereich liegt.
Webdesigner & SEO-Experte aus Augsburg — seit 1999