Wie die Bäckerei Eberle ihre erste Facebook-Seite bekam
Eine kleine Fallgeschichte aus dem echten Leben: eine Bäckerei, eine Facebook-Seite und ein Chef, der erst gar nicht wollte.


Herr Eberle wollte eigentlich gar keine Facebook-Seite. „Das ist doch für Jugendliche", hat er beim ersten Gespräch gesagt, während er hinter der Theke Brezen einsortiert hat. Seine Tochter, die im Laden mitarbeitet, sah das anders und hat mich eigentlich eingeladen, nicht er.
Wir haben es trotzdem versucht. Eine einfache Seite, ein Profilbild mit dem Laden-Logo, ein paar Fotos von frischem Brot. Keine große Strategie, erstmal nur: bestehen.
Nach drei Wochen hatte die Seite 40 „Gefällt mir"-Angaben, fast alle von Stammkunden, die die Tochter persönlich angesprochen hatte. Dann kam der erste Beitrag, der tatsächlich Wirkung zeigte: ein Foto von einem neuen Sonntagsbrot mit der Ankündigung „Nur diese Woche". Am Samstag war es laut Herrn Eberle mittags ausverkauft — früher als sonst.
Ob das an der Facebook-Seite lag oder Zufall war, lässt sich schwer beweisen. Aber Herr Eberle hat seitdem aufgehört, über „das mit Facebook" zu schimpfen. Er fragt mich jetzt sogar, ob er auch „so ein Foto von den Brezen von heute Morgen" posten soll. Kleine Schritte, aber ich nehme sie gerne mit.
Konrad Griesser
Webdesigner & SEO-Experte aus Augsburg — seit 1999
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