2010 habe ich mit einem gebrauchten Laptop und zwei Kunden angefangen. Fünf Jahre später ein Rückblick, ohne Schönfärberei.


Fünf Jahre. Ich musste es tatsächlich nachrechnen, weil es sich nicht danach anfühlt. 2010 habe ich angefangen, mit einem gebrauchten Laptop, zwei Kunden aus dem Bekanntenkreis und ungefähr keiner Ahnung, wie man ein Angebot schreibt, das nicht entweder viel zu billig oder komplett unrealistisch ist.
Was sich seitdem am meisten verändert hat, ist nicht die Technik - obwohl sich auch die enorm gewandelt hat, von starren Tabellenlayouts zu responsive Grids, von Flash zu HTML5, von reinem Keyword-Stopfen zu semantischer Suche. Was sich am meisten verändert hat, bin vermutlich ich selbst. Ich sage heute öfter Nein zu Projekten, die nicht passen. Ich verhandle Preise, ohne mich schuldig zu fühlen. Und ich habe gelernt, dass die technisch elegantere Lösung nicht immer die ist, die einem Kunden tatsächlich hilft - manchmal ist die pragmatische, schnell umsetzbare Lösung die bessere Wahl.
Ein paar Zahlen, weil ich Zahlen mag: In fünf Jahren habe ich schätzungsweise um die 70 Projekte begleitet, größere wie kleinere. Ich habe mit Bäckereien, Anwälten, einem Autohaus, mehreren Handwerksbetrieben und sogar einer kleinen Schule gearbeitet. Kein einziges dieser Projekte glich dem anderen, und genau das mag ich an dieser Arbeit.
Was mich am meisten antreibt, gerade jetzt: Ich merke, wie sich Suchmaschinen langsam verändern, weg von reinem Wortabgleich hin zu etwas, das eher nach Verstehen aussieht. Ich habe keine Ahnung, wie schnell und wie weit das geht. Aber ich will in den nächsten fünf Jahren genau an dieser Schnittstelle arbeiten - dort, wo Technik anfängt, ein bisschen mitzudenken.
Webdesigner & SEO-Experte aus Augsburg — seit 1999