Ein Jahr nach meinem ersten Zugang zu GPT-3 ein Rückblick darauf, wie sich meine eigene Arbeit dadurch verändert hat.


Genau ein Jahr ist es her, dass ich die Zugangsbestätigung für die GPT-3-API bekommen habe und danach zwei Stunden nur dagesessen bin. Zeit für eine Bilanz, wie sich seitdem tatsächlich etwas an meiner Arbeit verändert hat, nicht nur an meiner Begeisterung.
Ich nutze das Modell mittlerweile regelmäßig als ersten Entwurf — für Texte, bei denen ich die grobe Richtung vorgebe und das Modell einen ersten Aufschlag liefert, den ich dann überarbeite. Das spart mir bei bestimmten Aufgaben, vor allem sich wiederholenden Textbausteinen, spürbar Zeit. Ich schreibe seltener komplett bei null, häufiger redigiere ich.
Was mich nach wie vor am meisten beschäftigt: Wie oft ich mittlerweile Texte im Netz lese, bei denen ich mir nicht mehr sicher bin, ob ein Mensch oder eine Maschine den ersten Entwurf geschrieben hat. Vor zwei Jahren, bei meinem ersten Artikel über GPT-2, war das noch eine theoretische Sorge. Heute ist es Alltag.
Ich glaube nach wie vor, dass Texte am Ende einen Menschen brauchen, der Verantwortung dafür übernimmt, der die richtige Tonlage für die jeweilige Zielgruppe trifft, der weiß, was wirklich gesagt werden muss statt nur, was plausibel klingt. Die Maschine liefert Rohmaterial. Was daraus wird, entscheide immer noch ich.
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