Gutenberg 24.2: Notizen bekommen eine eigene Spalte neben dem Editor
Gutenberg 24.2 löst den Streit zwischen Notizen und Einstellungen im Editor – was das für die Zusammenarbeit an Ihrer Website bedeutet.


Wer in WordPress Rückfragen zu einem Entwurf direkt am betroffenen Absatz hinterlassen wollte, musste sich bisher entscheiden: Notizen sehen oder die Block-Einstellungen bearbeiten. Beides zugleich ging nicht, weil beide Funktionen dieselbe Seitenleiste beanspruchten. Mit Gutenberg 24.2, veröffentlicht am 14. Oktober 2026, ist das Problem gelöst — Notizen stehen jetzt in einer eigenen Spalte neben dem Editor.
Was sich an den Notizen ändert
Bislang schwebten Notizen als eigenes Fenster über dem Inhalt und verdeckten dabei oft genau den Text, auf den sie sich bezogen. Öffnete man zusätzlich die Einstellungen eines Blocks — etwa um eine Schriftgröße oder einen Abstand zu ändern — schloss sich die Notizenansicht automatisch. Laut Make WordPress Core liegen Notizen in Gutenberg 24.2 nun dauerhaft in einem schmalen Rand rechts neben der Arbeitsfläche. Wird der Editor enger, etwa weil gleichzeitig die Einstellungen offen sind, zieht sich jeder Notiz-Thread auf das Profilbild der Autorin oder des Autors zusammen; ein Klick darauf blendet ihn wieder vollständig ein.
Es ist bereits die zweite Überarbeitung des Editors in diesem Monat, nachdem Gutenberg 24.1 erst Ende September Hintergrund, Schatten und Farben in deutlich mehr Blöcke gebracht hatte. Dazu kommen in 24.2 kleinere, aber im Alltag spürbare Verbesserungen:
- Gelöschte Notizen lassen sich über eine Rückgängig-Schaltfläche sofort wiederherstellen.
- Eine angefangene, aber noch nicht abgeschickte Notiz bleibt erhalten, auch wenn man zwischendurch einen anderen Block anklickt.
- Die Notizenspalte scrollt automatisch mit, sodass ein Hinweis immer neben dem passenden Absatz steht.
- Ein neues Untermenü im Optionsmenü blendet alle Notizen auf Wunsch ein, minimiert oder komplett aus.
Neben den Notizen bringt 24.2 zwei weitere Änderungen, die im Alltag auffallen: Beim Bearbeiten eines Navigationsmenüs durchsucht die Verknüpfungssuche jetzt Seiten, Beiträge, Kategorien und Schlagwörter gleichzeitig, statt dass man vorher den passenden Inhaltstyp auswählen muss. Und Bildergalerien lassen sich sortieren und erhalten denselben Duotone-Farbfilter für alle enthaltenen Bilder auf einen Klick, statt jedes Bild einzeln einzufärben.
Was das für die Zusammenarbeit an Ihrer Website bedeutet
Für Unternehmen, die Inhalte nicht allein pflegen — etwa weil eine Mitarbeiterin Texte vorschreibt und die Freigabe über mich oder eine andere Agentur läuft —, ist die Notizenfunktion ein brauchbarer Ersatz für die ewige Pendelei zwischen E-Mail, Chat und Website. Eine Rückfrage wie „Soll dieser Absatz raus oder nur kürzer?“ lässt sich direkt am Block hinterlassen, ohne Screenshot und ohne Versionsverwechslung. Mit der alten Darstellung war das in der Praxis mühsam, weil man beim Antworten entweder die Notiz oder die Einstellungen aus den Augen verlor. Das fällt jetzt weg.
Voraussetzung ist, dass alle Beteiligten einen WordPress-Benutzer mit passender Rolle auf derselben Seite haben — Notizen sind kein öffentliches Kommentarfeld, sondern ein internes Werkzeug für angemeldete Redakteure und Autoren im WordPress-Editor.
Was Sie jetzt tun müssen — und was nicht
Gutenberg 24.2 ist zunächst eine Plugin-Version: Sie landet sofort bei allen, die das Gutenberg-Plugin zusätzlich zum WordPress-Kern installiert haben, etwa um neue Funktionen vorab zu nutzen. Wer nur den Kern einsetzt, bekommt die Notizenspalte erst mit einer der kommenden WordPress-Hauptversionen, in die Gutenberg-Änderungen üblicherweise gebündelt einfließen. Ein Blick ins Backend unter „Updates“ zeigt, ob das Plugin bei Ihnen installiert ist.
Eine technische Nebenwirkung betrifft nur Entwickler, nicht Sie als Betreiber: Mit 24.2 ist React 19 im Editor standardmäßig aktiv, die Grundlage, auf der Gutenberg läuft. Bei bekannten Verträglichkeitsproblemen mit einzelnen Themes oder Plugins schaltet WordPress automatisch auf die bisherige Version zurück, ohne dass jemand eingreifen muss. Sie müssen also nichts einstellen oder testen — nur falls der Editor nach einem Update ungewohnt reagiert, lohnt ein Blick in die Plugin-Liste, ob eines davon seit Längerem kein Update mehr erhalten hat.
Quellen
Make WordPress Core: What's new in Gutenberg 24.2?
Kurz beantwortet
Brauche ich ein zusätzliches Plugin für Notizen im Editor?
Nein, die Funktion gehört zum Block-Editor selbst. Sie erscheint entweder sofort über das Gutenberg-Plugin oder später mit einer kommenden WordPress-Version.
Sehen Website-Besucher die Notizen?
Nein. Notizen sind nur im Editor für angemeldete Benutzer mit entsprechender Rolle sichtbar, nicht auf der veröffentlichten Seite.
Muss ich wegen React 19 etwas umstellen?
Nein. WordPress erkennt bekannte Verträglichkeitsprobleme automatisch und behält in diesen Fällen die bisherige Version bei.
Konrad Griesser
Webdesigner & SEO-Experte aus Augsburg — seit 1999