Gutenberg 24.1: Hintergrund, Schatten und Farben jetzt in fast jedem Block
Gutenberg 24.1 bringt Hintergrund, Verlauf, Schatten und Farben in über 50 weitere Blöcke – plus ein eigener Text-Shadow-Regler für Absätze und Überschriften.


Seit 30. September 2026 ist Gutenberg 24.1 verfügbar, und das Update räumt mit einer alten Unregelmäßigkeit im Block-Editor auf: Bislang hatte etwa der Spalten-Block eine Hintergrundfarbe, der Akkordeon-Block aber nicht; der Button-Block konnte einen Schatten bekommen, der Tabs-Block nicht. Rund 140 Pull Requests widmen sich laut Make WordPress Core genau dieser „Design Tool Consistency“. Über 50 Blöcke bekommen dadurch Werkzeuge, die vorher nur ein Teil der Blöcke anbot: Hintergrundbild, -größe und -verlauf, Schatten, Rahmen, Link-, Überschrift- und Button-Farben sowie Typografie- und Textspalten-Kontrollen.
Was ist passiert?
Konkret profitieren unter anderem Accordion, Tabs, Tab Panel, Comments und mehrere Post-Blöcke von neuen Hintergrund-Werkzeugen. Group, Post Author Biography und Terms List bekommen die Spalten-Kontrolle, die bisher etwa dem Buttons-Block vorbehalten war. Daneben wird eine zweite Baustelle fertig: Die Text-Shadow-Funktion, die Gutenberg 23.5 im Juli eingeführt hatte, ist jetzt vollständig in der theme.json hinterlegbar, bekommt ein eigenes Feld in den Global Styles und lässt sich direkt am Absatz- und am Überschrift-Block setzen. Wer also einem Zitat oder einer Headline einen weichen Schlagschatten geben will, muss dafür kein CSS mehr schreiben. Dazu kommt beim Cover-Block und beim Media-&-Text-Block eine neue Medienauswahl im Inspector, die jetzt genauso funktioniert wie beim Bild- und beim Website-Logo-Block: Bild aus der Mediathek wählen, per URL einfügen oder aus einem Ordner ziehen, alles aus demselben Panel. Abgerundet wird das Release von 238 Icons, die in eine einheitliche Strichstärke überführt wurden – der letzte Schritt einer Aufräumaktion, die sich über mehrere Versionen gezogen hat.
Was bedeutet das für Ihre Website?
Für Betreiber eines Block-Themes heißt das vor allem: weniger Ausnahmen im Kopf behalten. Bisher musste man bei jedem Block erst prüfen, ob die gewünschte Design-Option überhaupt existiert, und bei Bedarf doch wieder zu eigenem CSS greifen. Diese Lücke wird mit 24.1 deutlich kleiner. Wer zum Beispiel eine FAQ-Seite mit dem Accordion-Block aufbaut, kann jetzt direkt im Editor einen Hintergrund hinter jede aufklappbare Frage legen, statt das Theme dafür anzupassen. Wichtig ist der Unterschied zwischen Plugin und Kern: Die neuen Werkzeuge stecken im Gutenberg-Plugin, das die spätere Entwicklung von WordPress zeigt. In den Core wandern solche Änderungen gesammelt mit dem nächsten Hauptrelease, aktuell für WordPress 7.2 im Dezember angepeilt. Läuft Ihre Seite auf einem klassischen Theme oder einem Page-Builder wie Divi oder Elementor, betrifft Sie das Update nicht direkt – diese Systeme bringen ihre eigenen Design-Panels mit, unabhängig vom Block-Editor-Fortschritt.
Was ist jetzt zu tun – und was nicht?
Auf einer produktiven Seite würde ich das Gutenberg-Plugin wegen einzelner neuer Felder nicht installieren; es ist und bleibt die Entwicklungsversion, in der auch mal etwas kaputt ist, bis der nächste Zwischenstand kommt. Wer testen will, nutzt eine Staging-Kopie oder WordPress Playground im Browser, ganz ohne eigene Installation. Sinnvoller ist es, sich die Liste der betroffenen Blöcke anzuschauen und zu überlegen, wo im eigenen Theme bisher eigenes CSS die Lücke gefüllt hat – diese Stellen lassen sich nach dem nächsten Core-Update oft ersatzlos entfernen, was die Pflege leichter macht. Für Agenturen und Theme-Entwickler lohnt sich außerdem ein Blick in die eigene theme.json: Wo bisher Blockgrenzen für bestimmte Einstellungen gesetzt waren, weil ein Block ein Feld schlicht nicht anbot, sollte man diese Begrenzungen nach dem Update überprüfen, damit Redakteure die neuen Möglichkeiten auch tatsächlich sehen.
- Hintergrund, Verlauf, Schatten, Rahmen und Farben jetzt in über 50 weiteren Blöcken verfügbar
- Text-Shadow vollständig in theme.json und Global Styles integriert, nutzbar bei Absatz und Überschrift
- Neue, einheitliche Medienauswahl bei Cover- und Media-&-Text-Block
- Ankunft im WordPress-Kern voraussichtlich erst mit Version 7.2 im Dezember 2026
Wer sich grundsätzlich fragt, wie viel Gestaltungsspielraum der reine Block-Editor inzwischen bietet und wo ein WordPress-Theme an seine Grenzen kommt, findet dazu auch Beispiele in meinen Design-Beispielen. Die vorherige Ausbaustufe des Editors mit dem neuen Standard-Theme „Ipsum“ hatte ich im Beitrag zu Gutenberg 24.0 beschrieben.
Quellen
Kurz beantwortet
Was bringt Gutenberg 24.1 konkret?
Über 50 Blöcke bekommen Design-Werkzeuge wie Hintergrund, Verlauf, Schatten, Rahmen und Farben, die vorher nur ein Teil der Blöcke anbot. Dazu kommt ein vollwertiger Text-Shadow-Regler für Absätze und Überschriften.
Muss ich mein Theme jetzt aktualisieren?
Nein. Die Funktionen stecken im Gutenberg-Plugin und wandern erst mit dem nächsten Hauptrelease, voraussichtlich WordPress 7.2 im Dezember 2026, in den Kern jeder Installation.
Betrifft mich das, wenn ich Divi oder Elementor nutze?
Nicht direkt. Page-Builder bringen eigene Design-Panels mit und sind von der Entwicklung des Block-Editors unabhängig.
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Konrad Griesser
Webdesigner & SEO-Experte aus Augsburg — seit 1999