Google sagt, es gehe um Qualität, nicht um die Herkunft eines Textes. Nach einem Jahr eigener Beobachtung stimme ich dem mit Einschränkungen zu.


Seit den großen Kern-Updates der letzten Jahre wiederholt Google immer wieder denselben Satz: Es geht nicht darum, ob ein Text von einer KI oder einem Menschen stammt, sondern ob er nützlich, verlässlich und für Menschen geschrieben ist. Ich war diesem Satz gegenüber lange skeptisch, weil er sich anhörte wie eine bequeme PR-Formel.
Nach gut einem Jahr, in dem ich bei mehreren Kundenprojekten bewusst mit unterschiedlichen Anteilen an KI-Unterstützung gearbeitet habe, muss ich sagen: An dem Satz ist tatsächlich etwas dran, mit einer wichtigen Einschränkung. Seiten, die erkennbar massenhaft, unredigiert und ohne echten Mehrwert produziert wurden, verlieren an Sichtbarkeit, das habe ich bei einem Testprojekt aus reiner Neugier selbst gesehen. Seiten, bei denen KI beim ersten Entwurf hilft, die aber danach von einem Menschen mit echtem Fachwissen überarbeitet, geprüft und mit eigenen Beispielen angereichert werden, performen genauso gut wie rein manuell geschriebene Texte, manchmal sogar besser, weil der Prozess schneller geht und mehr Zeit für Recherche bleibt.
Die Grenze verläuft also nicht sauber zwischen Mensch und Maschine, sondern zwischen Sorgfalt und fehlender Sorgfalt. Das deckt sich im Übrigen mit meiner Haltung zu KI-Texten generell, die ich schon in einem früheren Beitrag beschrieben habe: Nichts geht ungeprüft raus.
Was mich für die kommenden Monate interessiert: Wie gut Google und die KI-Suchsysteme tatsächlich zwischen sorgfältig überarbeiteten und bloß produzierten Inhalten unterscheiden können, wenn das Volumen an KI-Content insgesamt weiter steigt. Ich vermute, dass echte Fachtiefe und konkrete, überprüfbare Details der entscheidende Unterschied bleiben werden, ganz gleich, wie gut die Erkennungssysteme werden.
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