Nicht jede Anfrage, so verlockend günstig sie klingt, ist eine gute Idee. Eine kleine Geschichte über Grenzen, die ich bewusst gezogen habe.


Ein neuer Kunde kam letzte Woche mit einer klaren Vorstellung zu mir: Er hatte über Nacht mit Midjourney ein Logo generiert, das ihm gefiel, und wollte, dass ich es einfach als Basis für seine neue Markenidentität übernehme.
Ich musste ihm erklären, warum das keine gute Idee ist, so ungern ich einem zahlenden Kunden widerspreche. Erstens rechtlich: Ein KI-generiertes Logo lässt sich in Deutschland aktuell kaum markenrechtlich absichern, weil unklar ist, wem die Rechte daran überhaupt zustehen. Zweitens praktisch: Das generierte Bild war nicht als Vektorgrafik skalierbar, hatte leichte Unregelmäßigkeiten, die bei einem echten Logo, das auf Visitenkarten, Fahrzeugbeschriftung und Website gleichermaßen funktionieren muss, zu echten Problemen führen.
Wir haben uns am Ende darauf geeinigt, dass generierte Bild als grobe Stilrichtung zu nehmen und daraus ein echtes, sauberes, rechtlich abgesichertes Logo von Grund auf zu entwickeln. Der Kunde war zunächst enttäuscht, am Ende aber froh über die Erklärung.
Diese Situation hat mir nochmal deutlich gemacht: Meine Aufgabe ist nicht nur, Wünsche umzusetzen, sondern auch, auf Risiken hinzuweisen, die ein Kunde selbst noch nicht sehen kann. Gerade bei einem so neuen Thema ist das wichtiger denn je.
Webdesigner & SEO-Experte aus Augsburg — seit 1999