Ich fange inzwischen jedes Projekt auf dem kleinsten Bildschirm an, nicht mehr auf dem größten. Ein Umdenken, das länger gedauert hat, als ich zugeben möchte.


Lange habe ich Websites so entworfen wie fast alle: erst die große Desktop-Ansicht durchdenken, dann Stück für Stück Elemente für kleinere Bildschirme zusammenschrumpfen oder verstecken. Seit ein paar Projekten mache ich es umgekehrt, und ich merke, wie sehr das die Entscheidungen verändert.
Wenn man mit dem kleinsten Bildschirm anfängt, muss man sich sofort fragen: Was ist hier eigentlich wirklich wichtig? Auf einem großen Monitor kann man sich fünf gleichberechtigte Navigationspunkte, drei Spalten Zusatzinformationen und ein großes Hero-Bild leisten, ohne dass es sofort überladen wirkt. Auf einem Handybildschirm gnadenlos nicht. Man wird gezwungen, Prioritäten zu setzen.
Bei einem aktuellen Projekt, einer kleinen Physiotherapiepraxis, haben wir dadurch gemerkt, dass eigentlich nur drei Dinge auf der Startseite wirklich zählen: Telefonnummer, Öffnungszeiten, und wie man online einen Termin anfragt. Der Rest - Team-Vorstellung, Leistungsübersicht, Geschichte der Praxis - ist wichtig, aber nicht das, wonach jemand in den ersten drei Sekunden sucht. Diese Erkenntnis hätten wir vermutlich nicht so klar gehabt, wenn wir vom großen Bildschirm aus gedacht hätten.
Mobile First ist für mich inzwischen keine Design-Philosophie mehr, über die man diskutieren muss. Es ist einfach der Punkt, an dem ich anfange zu arbeiten.
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