Ein Rant über zwei Google-Updates, die meinen Alltag als Ein-Mann-Agentur seit Monaten bestimmen - und warum ich trotzdem froh über sie bin.


Ich muss das mal loswerden: Panda und Penguin haben mir dieses Jahr schon mehr graue Haare beschert als jedes Kundenprojekt.
Ein Kunde aus dem letzten Herbst - ich nenne ihn hier nicht beim Namen, aus Höflichkeit - hatte vor mir eine "SEO-Agentur", die im großen Stil Linkverzeichnisse und Artikelverzeichnisse mit seinem Namen vollgemüllt hat. Hunderte Links, alle mit demselben Ankertext, alle von Seiten, die aussehen, als wären sie 2007 gebaut und seither nie wieder angefasst worden. Nach Penguin ist der Traffic eingebrochen wie ein Kartenhaus. Ich sitze jetzt seit Wochen daran, diese Links zu dokumentieren und zurückzuziehen. Mühsam, undankbar, aber notwendig.
Was mich trotzdem versöhnt: Beide Updates bestrafen genau die Abkürzungen, die ich meinen Kunden ohnehin nie empfohlen hätte. Inhaltsfarmen, gekaufte Links, Text, der nur für Suchmaschinen geschrieben ist und für Menschen unlesbar. Wer sauber gearbeitet hat, wird gerade belohnt, auch wenn es sich für die Betroffenen erstmal nicht so anfühlt.
Ich sage Kunden inzwischen ganz offen: Wenn jemand euch schnelle Rankings über hunderte Links verspricht, lauft weg. Nicht weil es unmoralisch ist, sondern weil es schlicht nicht mehr funktioniert und ihr am Ende die Aufräumarbeiten bezahlt. Wie gerade eben.
Webdesigner & SEO-Experte aus Augsburg — seit 1999