Kurze Antwort: wahrscheinlich nicht. Lange Antwort in diesem Beitrag.


Ein Kunde hat mich letzte Woche gefragt, ob er „auch bei Twitter" sein sollte. Er stellt Fenster und Türen her, beschäftigt acht Mitarbeiter, und seine Kunden sind zu neunzig Prozent Privatleute aus dem Landkreis.
Meine ehrliche Antwort: nein, wahrscheinlich nicht. Twitter lebt von Häufigkeit und Aktualität — kurzen, oft mehrmals täglichen Nachrichten. Für einen Handwerksbetrieb mit überschaubarer Kapazität ist das kaum zu stemmen, und die Zielgruppe, die dort aktiv unterwegs ist, deckt sich selten mit „Menschen, die gerade neue Fenster brauchen".
Was ich ihm stattdessen vorgeschlagen habe: eine Facebook-Seite, gepflegt vielleicht einmal pro Woche, mit Fotos von abgeschlossenen Projekten. Das lässt sich mit deutlich weniger Aufwand aufrechterhalten und erreicht genau die Leute, die ohnehin schon in seiner Umgebung nach Empfehlungen suchen.
Ich sage nicht, dass Twitter grundsätzlich nutzlos ist — für manche Branchen, etwa im IT-Bereich oder bei Marken mit überregionaler Zielgruppe, kann es sehr gut funktionieren. Aber „wir sollten auch da sein, weil alle darüber reden" ist für mich kein Grund, einem Kunden einen weiteren Kanal aufzudrücken, den er dann doch nicht pflegt.
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