Immer wieder wird Einkaufen per Sprachassistent als nächste große Sache beschrieben. Ich sehe das anders und erkläre, warum.


Seit ich vor über einem Jahr über Sprachsuche geschrieben habe, taucht ein verwandtes Thema immer wieder in Fachartikeln auf: Voice Commerce, also das Einkaufen direkt per Sprachbefehl über Alexa, Google Home und ähnliche Geräte. Angeblich die nächste große Sache im E-Commerce.
Ich bleibe skeptisch, und zwar aus einem einfachen Grund: Einkaufen ist ein visueller und vergleichender Prozess. Man schaut sich Produktbilder an, liest Bewertungen, vergleicht Preise nebeneinander. All das fällt bei einer reinen Sprachinteraktion weg. „Alexa, bestelle mir Kopfhörer" funktioniert vielleicht für ein Produkt, das man exakt kennt und öfter nachbestellt — Waschmittel, Kaffeekapseln, sowas. Für alles, wo eine echte Entscheidung mit Abwägen getroffen werden muss, ist es aus meiner Sicht in absehbarer Zeit kein ernsthafter Kanal.
Ich beobachte das Thema trotzdem weiter, genauso wie ich das bei den Sprachmodellen gemacht habe, bevor sie wirklich gut wurden. Vielleicht liege ich falsch. Aber aktuell würde ich keinem Kunden empfehlen, größere Ressourcen in Voice Commerce zu stecken, wenn die Grundlagen — schnelle Website, gute lokale Auffindbarkeit, klare Produktseiten — noch nicht sitzen.
Webdesigner & SEO-Experte aus Augsburg — seit 1999