Zum Jahresende ein größerer, persönlicherer Rückblick, weiter zurück als nur auf 2022 und 2023. Wie sich mein Beruf seit 2010 komplett verändert hat, und was das für die Zukunft bedeutet.


Ich habe angefangen, Websites zu bauen, als Flash noch als das Nonplusultra galt und responsive Design noch kein Begriff war, den irgendjemand kannte. Wenn ich zum Jahresende zurückblicke, von 2010 bis heute, fühlt es sich manchmal an, als würde ich von mehreren völlig unterschiedlichen Berufen sprechen, die zufällig denselben Namen tragen.
Die ersten Jahre ging es vor allem darum, überhaupt eine Website zu haben, jede Präsenz war besser als keine. Dann kam die mobile Revolution, plötzlich musste alles auf dem Handy genauso gut funktionieren wie am Desktop, eine Umstellung, die viele Kollegen komplett überfordert hat. Dann WordPress als dominierendes System, SEO als eigenständige Disziplin, Social Media als fester Bestandteil jeder Marketingstrategie.
Und jetzt, in den letzten dreizehn Monaten, vielleicht die größte Verschiebung von allen: künstliche Intelligenz, die nicht nur ein weiteres Werkzeug ist, sondern anfängt, die Grundlage dessen zu verändern, wie Menschen überhaupt Informationen finden und Entscheidungen treffen.
Bei aller Veränderung ist mir dieses Jahr eine Sache klarer geworden als je zuvor: Am Ende geht es immer noch um dasselbe wie 2010. Ein Unternehmen will gefunden werden, will Vertrauen aufbauen, will aus einem Besucher einen Kunden machen. Die Werkzeuge dafür ändern sich radikal, das eigentliche Ziel nie.
Ich habe früh auf neue Entwicklungen gesetzt, manchmal zu früh, manchmal habe ich Dinge verpasst. Aber die Neugier, ein neues Werkzeug auszuprobieren, bevor alle anderen es tun, hat mich durch dreizehn Jahre getragen, durch Flash und mobile Websites und jetzt durch den Anfang des KI-Zeitalters. Ich bin gespannt, was ich in einem weiteren Jahr, im nächsten Rückblick, über 2024 schreiben werde.
Webdesigner & SEO-Experte aus Augsburg — seit 1999